Vogelkrankheit bei Grünfinken

Haben Sie tote Grünlinge in Ihrem Garten? Jetzt ist schnelles Handeln gefragt!

Katharina Loupal

Viele VogelfreundInnen entscheiden sich auch über den Sommer zu füttern, um ihren gefiederten Freunden etwas Gutes zu tun. Umso trauriger ist es, wenn täglich tote Grünfinken, auch als Grünlinge bekannt, in Österreichs Gärten tot aufgefunden werden. Todesursache: Trichomoniasis - eine durch einzellige Parasiten hervorgerufene Vogelkrankheit. 

Die Krankheit tritt deshalb vor allem dort gehäuft auf, wo im Sommer gefüttert wird, weil an diesen Orten viele Vögel zusammenkommen, die sich gegenseitig anstecken. Besonders an offenen Futterhäusern kann sich die Krankheit schnell verbreiten, weil die Vögel direkt im Futter sitzen und somit die Nahrung verkoten. Sind nämlich Vögel erst einmal infiziert, ist das ihr Todesurteil. Die Parasiten befallen den vorderen Verdauungstrakt, vor allem den Kropf der Vögel und rufen dort schwerwiegende Entzündungen hervor. Sie können kein Futter mehr zu sich nehmen und sterben.

Die ersten Symptome für eine mögliche Trichomoniasis sind aufgeplusterte Vögel, die krampfhaft zu fressen versuchen und nicht mehr wegfliegen. Eine Rettung für die infizierten Tiere gibt es nicht, es kann nur die Ausbreitung einer Seuche verhindert werden. 

Odoo image and text blockInfizierter Grünling sitzt in offenem Futterhaus. Foto zur Verfügung gestellt von Harald Tarnowiecki

Was ist zu tun?

Die beste Maßnahme bei Auftreten der Krankheit ist, die Fütterung sofort einzustellen, Futtergeräte, Vogeltränken und Futterreste vom Boden zu entfernen und mit heißem Wasser zu reinigen. 

Selbstverständlich sollten auch die toten Vögel nicht im Garten verbleiben, sondern umgehend entsorgt bzw. zur weiteren Untersuchung durch Fachleute bereitgestellt werden. 

Für Menschen und Haustiere besteht keine Ansteckungsgefahr, grundsätzliche hygienische Standards, wie etwa Händewaschen nach der Reinigung, werden allerdings vorausgesetzt.
 

Ein Einstellen der Fütterung führt zu keinem erheblichen Schaden, da die Vögel im Sommer selbstständig ausreichend Nahrung finden. Mit dem Beginn der kalten Jahreszeit, bei Frost und Schnee kann mit der Fütterung wieder begonnen werden, da ein Auftreten der Krankheit bei niedrigen Temperaturen unwahrscheinlich ist. 

Derzeit ist das Auftreten von Trichomoniasis fast ausschließlich auf Grünfinken beschränkt, warum diese Art jedoch so sensibel darauf reagiert, ist unklar. 

BirdLife hat mit der Veterinärmedizinischen Universität Wien ein Forschungsprojekt gestartet, um mehr über diese todbringende Krankheit zu erfahren. 

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Helfen Sie uns mehr über diese Krankheit zu erfahren!

Wenn Sie tote Grünlinge in Ihrem Garten finden, kontaktieren Sie uns, damit wir das Tier zur Untersuchung einschicken können.